Der Schutz heimischer Igel vor den Gefahren durch Mähroboter wird zu einem immer wichtigeren Thema. In der Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschusssitzung vom 30. Juni stand diese Problematik auf der Tagesordnung. Der Ausschuss beschloss, mit einem eindringlichen Appell an die Bevölkerung zu wenden, um die bedrohten Wildtiere zu schützen.
Besonders problematisch sind die immer beliebter werdenden Mähroboter, die für Igel zur Todesfalle werden können. "Igel rollen sich bei Gefahr zusammen und verharren im Gras, statt wegzulaufen", erklärt die Deutsche Wildtier Stiftung. Dieses natürliche Schutzverhalten wird den Tieren beim Kontakt mit Mährobotern zum Verhängnis. Die scharfen, schnell rotierenden Klingen fügen den Tieren schwere bis tödliche Verletzungen zu.
Das Problem: Obwohl moderne Mähroboter mit Sensoren arbeiten, können viele Modelle nicht zwi-schen einer Rasenkante und einem etwa 400 Gramm schweren Igel unterscheiden. Besonders gefährlich wird es in der Dämmerung und nachts, wenn die nachtaktiven Igel auf Nahrungssuche sind, während viele Gartenbesitzer ihre Mähroboter gerade zu diesen Zeiten laufen lassen.
Konkrete Schutzmaßnahmen für Igelfreunde
Die Gemeinde Tutzing ruft alle Bürgerinnen und Bürger zu folgenden Maßnahmen auf:
Beim Einsatz von Mährobotern sollten diese ausschließlich tagsüber eingesetzt werden – niemals in der Dämmerung oder nachts. Vor jedem Mähen ist der Garten gründlich auf Igel und andere Tiere zu kontrollieren. Noch besser ist es, ganz auf Mähroboter zu verzichten und zu Sense oder Spindelmäher zu greifen.
Für eine igelfreundliche Gartengestaltung empfiehlt die Gemeinde, einheimische Stauden und Gehölze zu pflanzen – sie sind Lebensgrundlage für Insekten, die wiederum Nahrung für Igel darstellen. Wilde Ecken im Garten sollten belassen werden, wo Laub, Äste und Gestrüpp liegen bleiben können. Sinnvoll ist auch die Entscheidung für einen Kräuterrasen statt herkömmlichen Nutzrasen. Einzelne Bereiche sollten gar nicht oder nur selten gemäht werden. Wichtig sind auch Durchgänge zu Nachbargärten, damit Igel große Gebiete durchstreifen können. Vollständig verzichtet werden sollte auf Pestizide und Schneckenkorn.
Igel sind besonders geschützt
Igel gelten nach dem Bundesnaturschutzgesetz als besonders geschützte Tiere. Sie dürfen weder gefangen, verletzt noch getötet werden. Gärten sind für diese Wildtiere zu einem wichtigen Lebensraum geworden, da ihre natürlichen Lebensräume immer weiter schwinden.
Mehr als nur Igelschutz
Ein igelfreundlicher Garten ist gleichzeitig ein Beitrag zur Biodiversität. Mähroboter vernichten nicht nur Igel, sondern auch Amphibien, Frösche und viele weitere Tierarten. Sie mähen alles weg, was blüht, und vernichten damit das Nahrungsangebot für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten. Weniger Insekten bedeuten auch weniger Nahrung für Igel.
Hilfe für Igel in Not
Wer einen Igel findet, der tagsüber unterwegs ist, sollte aufmerksam werden. Gesunde Igel sind nur in der Dämmerung oder nachts aktiv. Tagaktive Igel können krank oder verwaist sein und benötigen möglicherweise Hilfe. In solchen Fällen sollten sich Finder an örtliche Igelstationen oder Tierärzte wenden.
Gemeinsam für den Igelschutz
"Jeder Garten kann zu einem kleinen Naturschutzgebiet werden", betont die Gemeinde Tutzing. "Mit einfachen Maßnahmen können wir alle dazu beitragen, dass sich Igel und andere Wildtiere in unserer Gemeinde wohlfühlen und sicher leben können."
Die Gemeinde bittet alle Bürgerinnen und Bürger, diese Maßnahmen zu beherzigen und auch Nach-barn über die Gefahren von Mährobotern für Igel zu informieren. Nur gemeinsam können wir diese besonderen Wildtiere für zukünftige Generationen erhalten.
Gemeinde Tutzing
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